Max Liebermann und Zeitgenossen

Neue Werke in der Sammlung

28.2. – 11.9.2016

Meer, Strand, Küste – gibt es schönere Motive in der Malerei? Das Museum Kunst der Westküste hat sich dem faszinierenden Themenspektrum „Meer und Küste“ verschrieben und präsentiert im Sammlungskontext eine umfangreiche Auswahl von Neuerwerbungen und Zustiftungen, die in den vergangenen drei Jahren realisiert werden konnten. Zu den bekannten Meisterwerken von Max Liebermann (1847-1935), darunter „Zwei Reiter am Strand“ und „Jäger in den Dünen“, gesellen sich ‚neue‘ Gemälde, Ölstudien, Zeichnungen und Grafiken, die der deutsche Impressionist während seiner jährlichen Sommeraufenthalte an der niederländischen Küste entworfen und geschaffen hat. Auch andere Künstlerkollegen sind vertreten, darunter die Maler der berühmten Skagener Künstlerkolonie, die in ihrer Auseinandersetzung mit dem französischen Impressionismus eine eigenständige Bildsprache zu entwickeln verstanden. Die Ausstellung vereint mehr als 85 Werke, darunter 44 Neuerwerbungen. Max Liebermann ist mit 36 Arbeiten vertreten. Die vertretenen Künstler sind: Anna Ancher, Michael Ancher, Max Beckmann, Hans Peter Feddersen, German Grobe, Isaac Grünewald, Sigrid Hjertén, Carl Irmer, Jozef Israëls, Viggo Johansen, Kitty Kielland, Käthe Kollwitz, Christian Krohg, Marie Krøyer, Peder Severin Krøyer, Max Liebermann, Carl Locher, Emil Nolde, Gustav Schönleber.

Der Katalog zur Ausstellung ist im Museumsshop und im Buchhandel zum Preis von € 18 erhältlich.

 Die Ausstellung wird gefördert von:

Lipadusa

Calogero Cammalleri

28.2. – 19.6.2016

Geografisch näher an Afrika gelegen, politisch jedoch Italien zugehörig ist Lampedusa ein Nadelöhr für Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa und Kristallisationspunkt ihrer Hoffnung auf ein besseres Leben. Die Mittelmeerinsel wurde zum Synonym für Migration und Tragödien auf See. Dies ist das in den Medien vorherrschende Bild.

Doch wie spielt sich das eigentliche Leben ab? In seiner Fotoserie Lipadusa spürt der junge italienische, in Deutschland aufgewachsene Fotograf Calogero Cammalleri (geb. 1993) dem ursprünglichen Wesen der Insel nach und rückt in seinen Schwarz-Weiß-Aufnahmen ein mal alltäglich-raues, mal lebendig-fröhliches, mal träumerisch-entrücktes Lampedusa in den Blick.

Im November 2013 lebte Cammalleri mit Hilfe eines Stipendiums von Fabrica, dem Kommunikationsforschungszentrum der Firma Benetton, für neun Monate auf der Insel. Er wollte seiner Herkunft und Identität näher kommen, um mit den Fischern und Kindern auf Streifzüge zu gehen und poetische Momente einzufangen, die viel über das Leben der Insulaner erzählen können. Die vereinzelt bewusst unscharfen Fotos scheinen die Wirklichkeit zu verklären, doch gerade sie verweisen auf die Fragilität sozialen Zusammenlebens.

Das 2014 von Fabrica mit Unterstützung von UNHCR, dem United Nations High Committee for Refugees, veröffentlichte Buch „Lipadusa“ präsentierte die fotografischen Ergebnisse.

Das Museum Kunst der Westküste präsentiert die Fotografien von Calogero Cammalleri erstmalig in Deutschland.

 

Empty Rooms

Die Schönheit der Leere

28.2. – 16.6.2016

Welche Emotionen, Erinnerungen und Erfahrungen kann ein leerer, stiller Raum bei der Betrachtung hervorrufen? Ein Wohnraum oder ein Zimmer kann ein Ort sein, der Zeugnis davon ablegt, wie Menschen in ihm gelebt haben. Er erscheint als verlassener Raum, der auf poetische oder verwunschene, oftmals auch auf unbewusste Weise den Betrachter gefangen nimmt und in ihm eine Rückbesinnung auf Selbsterlebtes auslösen. Auch ein verlassenes, vor dem Umbau begriffenes Theater vermag eine melancholische Stimmung hervorzurufen.

In der Ausstellung präsentieren elf internationale zeitgenössische Künstler/Innen ihre individuelle Auseinandersetzung mit dem vielschichtigen Phänomen. Die Fotograf/Innen Nicole Ahland, André Lützen, Trine Søndergaard und Thomas Wrede sowie die Malerin Julia Rothmund geben ungewöhnlichen, vorgefundenen menschenleeren Räumen Bildwürde, spielen mit Licht und Schatten und suchen nach Spuren einstiger Benutzung. Alastair Mackie und Charles Matton gestalten und inszenieren mit ihren Objekten hingegen neue Räumlichkeiten, die geradezu wie „Guckkästen“ anmuten, beleuchtet sind oder befremdlich anmuten. Die Reflexion über Zeit und Licht im Raum, die allen Arbeiten zugrunde liegt, steht auch im Fokus der Videoinstallationen von Lauri Astala, Astrid Kruse Jensen, Martijn Veldhoen und Bill Viola.

Künstler/Innen: Nicole Ahland (DE), Lauri Astala (FIN), Astrid Kruse Jensen (DK), André Lützen (DE), Alastair Mackie (UK), Charles Matton (FR), Julia Rothmund (DE), Trine Søndergaard (DK), Martijn Veldhoen (NL), Bill Viola (USA), Thomas Wrede (DE).

 

Thomas Judisch

Interventionen im musealen Raum

28.2. – 8.1.2017

Die Arbeiten von Thomas Judisch (geb.1981), der 2014 als Artist in Residence zu Gast in Alkersum war, dürfen wir guten Gewissens immer mit einem Augenzwinkern betrachten: Er pflegt einen spielerischen, subversiven Umgang mit Materialien. Nichts ist, wonach es scheint. Es sind gleichsam Trompe-l’œils, Augentäuschungen, die dem Betrachter Alltagsdinge mit großer Wirklichkeitsnähe vorspielen. Denn der scheinbar angeleckte „Lutscher“, den ein Kind augenscheinlich unbeobachtet an ungewöhnlichem Ort abgelegt zu haben scheint, ist tatsächlich ein auf Föhr gefundener und bearbeiteter, Millionen von Jahren alter Bernstein. Und die nicht weniger täuschend echt wirkenden „Pferdeäpfel“, die nun Museum Kunst der Westküste zu entdecken sind, sind Bronzegüsse nach den vielerorts auf der Insel Föhr, im Besonderen in dem Pferdefreunden so bekannten Ort Alkersum, gerne auf den Fußwegen liegen gebliebenen Pferdeäpfeln. Sie sind sein ironischer Kommentar auf das in der Renaissance entwickelte heroische Reiterstandbild.

Lassen Sie sich auf das Spiel mit der Wahrnehmung ein, auf diese Interventionen, die sich an unterschiedlichen Orten im Museum Kunst der Westküste finden! Begeben Sie sich auf Entdeckungssuche im Foyer, in Grethjens Gasthof und im Museumsgarten!

 

Kleider machen Leute

Thomas Judisch - Fashion Art Space Show bei Ehlers Wyk auf Föhr

15.5. – 29.5.2016

Für zwei Wochen ist das Museum Kunst der Westküste mit Thomas Judisch parallel zu seiner musealen Schau in Alkersum zu Gast bei Ehlers Fashion in Wyk auf Föhr am Sandwall 8. In einer erstmaligen Kooperation präsentiert Thomas Judisch einen wichtigen Themenschwerpunkt in seinem Schaffen: In der Ausstellung „Kleider machen Freunde“ treffen Sie in den Geschäftsräumen und im Schaufenster auf ‚besondere‘ Jacken, Hemden, Tücher, Baseballkappen sowie andere Dinge „aus dem Kleiderschrank“.

 

 

Mila Teshaieva 

Die Insel

26.6. – 8.1.2017

Neue Kunst auf Föhr! Die ukrainische, in Berlin lebende Fotografin Mila Teshaieva (geb. 1974) war mehrfach als Artist in Residence zu Gast in Alkersum und entwickelte die Fotoserie „Die Insel“, die einen tiefen Einblick in das insulare Leben auf Föhr gewährt. Die Insulaner, viele von ihnen mit friesischen Wurzeln, spüren unbewusst den schwelenden Konflikt zwischen Modernität und Tradition und versuchen ihr einzigartiges Gemeinwesen, die Tradition von Sprache und Kultur, vor der Vereinnahmung von außen zu schützen. Mila Teshaieva verstand es, enge Kontakte zu den Föhringern zu knüpfen, und porträtiert sie in jeweiligen Arbeits- und Freizeitwelten, in besonderen Atmosphären angesiedelt zwischen Lebenswirklichkeit, Fantasie und Mystik. Die faszinierenden Light-Painting-Aufnahmen entstanden in nächtlicher Dunkelheit – das sanfte Licht einer Taschenlampe ruft die einzigartige Bildästhetik hervor. Die Fotografien, die die Kunstgeschichte von Föhr fortschreiben, werden entscheidend zum Verständnis von kultureller Identität und insularen Besonderheiten beitragen und geben Hinweis auf die Gefährdung und den Wandel dieser Lebenswelt .

Der zur Ausstellung erscheinende, reich illustrierte Katalog „Mila Teshaieva - InselWesen“ ist im Museumsshop und im Buchhandel erhältlich.

Die Ausstellung wird gefördert durch:

 

 

Jochen Hein

Über die Tiefe

26.6. – 8.1.2017

Die Gemälde des in Husum gebürtigen, in Hamburg lebenden Malers Jochen Hein (geb. 1960) geben dem vor Jahrzehnten postulierten Verdikt, die Malerei habe sich mit den neuen Bildmedien überlebt, der Lächerlichkeit preis. Drei große Werkkomplexe beweisen das Gegenteil, seien es Heins  meisterlich gemalte, lebensgroße Porträts von Zeitgenossen, die aus einem schwarzen Nichts aufzutauchen scheinen, seien es die wirklichkeitsnahen Ansichten vom Meer, seien es seine Landschaftsbilder und Grasstücke. Die Motive sind in der Gegenwart verortet und doch erheben sie sich über die Tiefe von Raum und Zeit. Der Betrachter sieht die Oberfläche der Meere, mal kochend und tosend, mal so beruhigt, dass Sonnenstrahlen spiegelnde Glanzlichter setzen. Doch Heins Urbilder verwandeln sich in der Nahbetrachtung in ein Rätsel, in unlesbare Spuren delikater Abstraktion. Dass wir tatsächlich nicht erkennen, was uns so vertraut und bedeutungsvoll erscheint, spiegelt die Spannung, die zwischen Erwartung und Wirklichkeit liegt, und macht seine Arbeit so tief.

Der gleichnamige, reich illustrierte Katalog zur Ausstellung ist im Museumsshop und im Buchhandel erhältlich; er bezieht sich auch auf die sich anschließende Schau „Jenseits der Zeit“, die Werke Jochens Heins in den Kontext mit Werken aus der Sammlung Kunst der Westküste bringt.

 

Jenseits der Zeit – Jochen Hein und die Sammlung Kunst der Westküste

Der Hamburger Maler Jochen Hein (geb. 1960), der 2015 als Artist in Residence zu Gast in Alkersum war, hat sich intensiv mit der Sammlung Kunst der Westküste beschäftigt und stellt sich dem nie endenden Dialog der Malerei über die Jahrhunderte – jenseits der Zeit. Besonders seine monumentalen Werke, wie „American Star“ und das Triptychon „Nordsee“, wirken wie Ausschnitte aus der Wirklichkeit. Doch demonstrieren sie dem Betrachter, der vor den Bildern unwillkürlich den Drang verspürt, immer wieder heran- und zurücktreten zu müssen, dass die Malerei eigenen Gesetzmäßigkeiten folgt und ihn gleichsam einem Vexierspiel aussetzt. Fasziniert und überwältigt wird er angestoßen, über Fragen der Wahrnehmung und des eigenen Seins nachzudenken.

Jochen Hein beschreitet dabei eigene und neue Wege in der Malerei, um Bildkörper und Abbild der Welt miteinander zu verbinden. Seine Gemälde kommunizieren mit den Werken der ‚alten‘ Meister in der Sammlung Kunst der Westküste, mit den Gemälden von Hans Peter Feddersen, Peder Severin Krøyer und Piet Mondrian etwa. Es ist nicht nur die Frage nach Motivwahl und malerischer Brillanz, sondern auch die Beschäftigung mit überzeitlichen Fragestellungen, die Jochen Hein und die Künstler der älteren Generationen eint.

Der reich illustrierte Katalog zur monografischen Parallelausstellung „Jochen Hein - Über die Tiefe“ ist im Museumsshop und im Buchhandel erhältlich.

Die Ausstellung wird gefördert von:


Landhaus Altes Pastorat, Süderende/Föhr

Wyker Dampfschiffs-Reederei Föhr-Amrum GmbH

 

 

 

1_LIE_04_Max_Liebermann-Maedchen_aus_Laren_beim_Kartoffelschaelen_mit_schlafendem_Kind_im_Korb-um_1887-Sammlung_Kunst_der_Westkueste_06.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

und_fritz_mit_fuss_1a_web_02.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

judisch_snb_view_3_web_03.jpg

 

 

 

 

 

Mila_Teshaieva_Serie_Die_Insel_2014_2015_1_02.jpg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

28.2. - 11.9.2016
MAX LIEBERMANN UND ZEITGENOSSEN
Neue Werke in der Sammlung

28.2. - 19.6.2016
LIPADUSA
Calogero Cammalleri

28.2. - 19.6.2016
EMPTY ROOMS
Die Schönheit der Leere


28.2.2016 - 08.1.2017
THOMAS JUDISCH
Interventionen im musealen Raum

15.5. - 29.5.2016
KLEIDER MACHEN LEUTE
Thomas Judisch - Fashion Art Space Show bei Ehlers Wyk auf Föhr


26.6.2016 - 08.1.2017
MILA TESHAIEVA
Die Insel

26.6.2016 - 08.1.2017
JOCHEN HEIN
Über die Tiefe

18.9.2016 - 08.1.2017
JENSEITS DER ZEIT
Jochen Hein und die Sammlung Kunst der Westküste

Änderungen vorbehalten.